Aus der Geschichte der Dörfer Rösa und Brösa


Die Geschichte der Kirche zu Rösa
(Teil 3)


Historische Dorfansichten Pfarrer Phillipp Jakob Weißke
Pfarrer Martin Bertold
Pfarrer Andreas Rosenhayn
Pfarrer Johann Christian Weißke
Pfarrer Benjamin Glasewald
Pfarrer Johann David Mullertt
Pfarrer Johann Daniel Mullertt
Pfarrer Carl Adolph Schultze
Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
Pfarrer Carl Adolph Schultze
Der neue Friedhof
Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Artikel 16 Artikel 18
Der Amtsnachfolger von Pfarrer Gottfried Brenner in Rösa wurde

Phillipp Jakob Weißke. Seine erste Amtshandlung war am 14. April 1660 eine Haustaufe in Brösa. Das neugeborene Söhnlein von Barbinus Balthasar Richter "zu Bresa" und seiner Frau Mariana war "vom Jammer hart angegriffen".

Paten waren:
  1. Martin Jahn,
  2. Salomon Schräpler und
  3. Maria, Daniel Willens Eheweib, sämtlich aus Brösa.
Er taufte auch in Crina noch im Hause, da die Kirche noch wüste lag, was aus dem Taufregister von 1660 in Rösa ersichtlich war.

Ab 1668 übernahm Pfarrer Weißke die Pfarrstelle in Pouch.

Sein Nachfolger im Amt wurde der Sohn seines Amtsvorgängers:

Gottfried Brenner jun.
Diese Pfarrstelle hatte er bis 1677 inne. Am 17. Juli 1677 begab sich Gottfried Brenner nach Syra und am 20. Trinitatissonntage desselben Jahres hielt der Schkönaer Pfarrer
 
Pfarrer Phillipp Jakob Weißke
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Pfarrer Benjamin Glasewald
Pfarrer Johann David Mullertt
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Pfarrer Carl Adolph Schultze
Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
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Der neue Friedhof
Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Martin Bertold seine Probepredigt in Rösa und übernahm sein Amt Anfang 1678, vorher war er Pfarrer in Schoene bei Dahme. Er starb 1683 im Alter von 35½ Jahren am 18. Dezember 1683.
Die Leichenpredigt hielten seine Amtsbrüder Magister Gergo Caspari, Pastor zu Crina und Johann Adam Günther, Pastor zu Löbnitz.

Nach Martin Bertolds Tode wurde die Rösaer Pfarre von den umliegenden Pfarrstellen vertreten. In dieser Zeit erfolgten im Rösaer Kirchenbuch von 1685 bis 1689 gar keine Einträge.

Nur sehr kurz übernahm 1689 Pfarrer
Augustinus Reichold die Rösaer Pfarrstelle.
 
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Pfarrer Benjamin Glasewald
Pfarrer Johann David Mullertt
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
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Der neue Friedhof
Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Am 31. Oktober 1689 übernahm Herr Pfarrer Andreas Rosenhayn, Burgholzhufner aus Thüringen, das Pfarramt zu Rösa. Dieser Pfarrer blieb aber nur drei Jahre in Rösa, dann ging er als Pfarrer nach Pouch und Friedersdorf. Am 1. Dezember 1692, am ersten Adventssonttage, hielt Herr Pfarrer

Johann Christian Weißke seine Probepredigt und trat sofort seinen Dienst in Rösa an. Er wirkte hier 18 Jahre und starb im Jahre 1720.
Im Kirchenbuch stand:
"1720. Nach Absterben des selig Verstorbenen Herrn Pfarrers Johann Christian Weißkens sind in währender Vakanz gebohren worden wie folgt..."
Es folgen dann die üblichen Eintragungen vom 9. September 1720 ab.
 
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
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Der neue Friedhof
Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Im Jahre 1721 wurde Pfarrer
Benjamin Glasewald nach Rösa berufen. Er soll bei der Gutsherrschaft hoch angesehen gewesen sein. Mitglieder der gräflichen Familie waren sogar Paten bei den Kindern des Pfarrers. So lautet z.B. ein Eintrag aus dem Jahre 1729:
"den 7. Aprilis nach 3 Uhr ist Charlotte Sabine, des Pfarrers Benjamin Glasewald undt seines Eheweibes Anna Elisabetha einer geborenen Schulzin Töchterlein gebohren und den 6ten May getauft worden.
Derselben hohen Paten waren:
  1. Die hochgeborne Gräfin und Frau, Frau Charlotte Sophie, verwittweten Gräfin zu Solms geborene von Großedlau,
  2. Seine Hochherrliche Gräfliche Gnaden, ... des hochgeborenen Graf undt Herr, Herr Otto Wilhelm Graf zu Solms-Tecklenburg, Herr zu Müntzenberg undt auf Wiederau,
    dessen hoher Stellvertreter Sein WohlEhrbarer Herr M. Johann Gottlob Vollstädt, treurühriger Seelsorger der Gemeinden Crina und Schköna.
  3. Die hochgeborene Gräfin und Frau, Frau Sabine Luise gebohrene von Thümen, Seiner Hochherrlichen Gräflichen Gnaden Herrn Adolf Ludwigs Grafen zu Solms-Tecklenburg, Herrn zu Müntzeberg und auf Rösa, Crina und Schköna, Herzlichgeliebte Frau Gemahlin.
Die Taufe erfolgte durch Baptiste Benjamin Johann Gotthelf Günther, Pastor in Mühlbeck.

Pfarrer Glasewald starb im Jahre 1732. Der Eintrag im Kirchenbuch dazu lautet:
"1732, den 9. April, starb Herr Benjamin Glasewald bestverdienter gewesener Pfarrer undt treuryhriger Seelsorger hiesiger Gemeinde undt wurde am 15. April darauf bey Hoher undt Volkreicher Versammlung nebst anderen Christlichen Ceremonien, mit einer Ekr. ... (durch) M. Johann David Mulertt Pastor (zu) Burg Kemnitz undt einer Abdankung ... (durch) Christinus Gollmetz Pastor (zu) Nieder Glaucha, wehmütig gehalten,
in hiesiger Kirche am Taufstein eingesenket,
seines Alters 50 Jahre 1 Monath 3 Wochen 2 Tage ..."
 
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
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Der neue Friedhof
Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Der Burgkemnitzer Pfarrer, Herr Magister

Johann David Mullertt übernahm von 1732 bis 1750 die Rösaer Pfarre. Einem Eintrag im Kirchenbuch von 1750 zufolge erlitt er am 3. Januar einen Schlaganfall
"als er grade am Tisch saß und die Predigt zum Groß-Neujahr studierte" und starb am 4. Januar, früh ½ Uhr.
Er wurde am 8. Januar auf dem Kirchhof an einer von ihm selbst erwählten Stätte vor "volkreicher Versammlung" beerdigt.
Die Leichenpredigt hielt Pastor Richter aus Pouch, die Abdankung hielt Pastor Günther aus Mühlbeck.
 
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Pfarrer Benjamin Glasewald
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
Pfarrer Carl Adolph Schultze
Der neue Friedhof
Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Amtsnachfolger wurde sein Sohn, Herr Magister

Johann Daniel Mullertt.
Auch er hatte zuvor in Burgkemnitz amtiert und war Pfarrer in Rösa von 1750 bis 1770.
Über seinen Tod steht im Rösaer Kirchenbuch von 1770:
"... den 17. Februar früh ½ Uhr starb in seinem Erlöser sanft und seel. der Wohllöbl., WohlEhr., Großachtbare und wohlgelahrte Herr HE M. Johann Daniel Mulertt, bestverdient gewesener und treupflichtiger Seelsorger der Christl. Gemeinden Allhier undt zu Brösa, im 45. Jahre seines Alters an einem hitzigen Brustfieber, wozu ein Stockfluss kam, nach einem 19tägig währenden Lager und wurde den 21. darauf, mit Leichenpredigt und Abdankung, als auch sehr vielen undt heißen Thränen, nicht nur der lieben Seinigen, sondern auch seiner liebhabenden Beichtkinder nebst einer sehr volksreichen Versammlung zu seiner selbsterwählten Gruft gebracht.
Die Leichenpredigt hielt ... Wilhelm Gottfried Richter Pastor Pouchensis, als der Wohlsterbl. Bißherige Conseßionarius undt die Abdankung hielt ... Carl Adolph Schultze Pastor Mühlbeccensis.
Der Barmherzige Gott erqwücke die abgeschiedene Seele dieses treuen Lehrers mit himmlischer Freude vor dem Throne des Lammes, dessen Nahmen er mit vielem Eiffer und Fleiß allhier verkündiget hat. Auf die Hinterbliebenen schmerzlich betrübten Seinigen aber wolle der barmhertzige Gott seinen reichen Segen ruhen u. bleiben lassen, um Jesu Christi Willen. Amen!"
 
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
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Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Nach Pfarrer Mulertts Tode übernahm Herr Pfarrer
Carl Adolph Schultze die Pfarre, nachdem er vorher lange in Mühlbeck Pfarrer gewesen war, im Alter von 44 Jahren. Er stammte aus einer Pfarrerfamilie zu Goßna in der Niederlausitz und wurde am 16. September 1726 geboren, studierte in Bautzen und Wittenberg, wurde 1751 Vikar bei Pfarrer Johannes Gotthelf Günther in Mühlbeck und wurde dort 1757 Pfarrer. Am 25. September 1770 zog er nach Rösa.
 
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
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"Knoblochsches Schullegat"
1771, am 6. Januar, kam es zu einer schrecklichen Überschwemmung der Mulde. Der Gemeinde-Damm riss an sechs Stellen und das Wasser stand noch einige Zoll höher als bei der letzten großen Überschwemmung 1750, bei der der Schiffmüllermeister Hille ertrunken war und das Wasser über die Felder strömte.

Das Wasser ging langsam wieder zurück, aber nur, um ein paar Tage später wieder so hoch zu wachsen.
Am 1. Februar wuchs es noch ¾ Ellen höher.
Der Schaden an der Ernte und am Wiesenwuchs war riesig. Die Pfarrwiesen und Pfarrfelder in der Aue wurden gänzlich verwüstet, am schlimmsten traf es den sog. Reichsgerbusch und die Kragwiese.

Das Jahr 1772 brachte, wesentlich eine Folge der Überschwemmung, eine große Teuerung und Hungersnot. Der kleine Scheffel Korn kostete 5 Reichtaler in gutem Gelde.

Die hiesigen armen Leute konnten zuletzt die Kleie nicht mehr bezahlen, die sie zum Backen wegen der Teuerung zuletzt verwendet hatten. Es blieb nichts übrig, als sich von allerlei Kraut und Gräsersamen zu ernähren. Viele wurden krank, bekamen Geschwülste oder Fieber und starben über diesem Elend.

Im Jahr 1773 kostete der kleine Scheffel wieder 18 Silbergroschen, fast der alte Preis, obwohl wiederum durch Mäusefraß viel verloren gegangen war.
 
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
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Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Es gibt Überlieferungen zu den "Schulverhältnissen im Kirchenkreis Bitterfeld um 1790".

Zu Rösa ist dazu überliefert:
"Pfarrer Karl Adolf Schulze, 63 Jahr, 240 Thaler, ist sehr bemüht, die Schule zu verbessern, kann aber wegen der vielen Hofetage die Eltern, die deshalb ihre Kinder von der Schule abhalten, nicht viel ausrichten, lebt sehr einfach, noch gewissermaßen nach alter Sitte, und ist in keinem anstößig.

Schulmeister Johann Gottlieb Holläufer, 55 ½ Jahr, 120 Taler, tut das Seinige. Schule in schlechtem Zustande.
Wegen der Armut der Einwohner und der vielen Hofedienste halten viele die Kinder von der Schule zurück."

Zu Brösa ist überliefert:
Katechet Johann Christoph Eschert, 55 Jahr, noch fünf unversorgte Kinder, 25 Thaler jährlich Gehalt und freie Wohnung, hat nicht gelernt und Sorgen der Nahrung machen ihn zum Unterricht verdrießlich, war sonst dem Trunke ergeben, hat sich aber auf ernste Vorhaltungen hin gebessert; nur bei Ehrengelagen (Taufen, Trauungen) lässt er sich davon hinreißen. Seine Schule ist von gewöhnlichem Schlage: nicht ganz schlecht und nicht ganz gut."
 
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
Pfarrer M. Carl Gottlob Schultze
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Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Die Orgel unserer Kirche wurde im Jahre 1791/92 gebaut. Es ist die zweite Orgel, die vorherige war zu klein. Wann die erste Orgel gebaut worden war, ist nicht klar.

Der Beschluss, eine neue, größere Orgel zu bauen, stammte aus dem Jahr 1787, wo auch eine Sammlung für die Orgel erfolgte.
Man schloss mit dem Torgauer Orgelbaumeister Flemming einen Vertrag, laut dem die Orgel hergestellt wurde. In diesem Vertrag wurde alles über die Beschaffenheit der Orgel, ihre Bestandteile, Tonart, Manuale usw. festgesetzt. U.a. hieß es in dem Vertrag:
"Geholet wird die Arbeit in Torgau und mein beyhabendes Werkzeug wieder dahin gebracht. Bey der Aufsetzung erwarte ich frey Quartier und freyen Tisch (Meister und zwo Gesellen) und für die Arbeit Einhundert und Neunzig Thaler und zwar in drei Terminen:
  1. Als Praenumeration 63 Thaler 8 Groschen
  2. Ueber der Arbeit 63 Thaler 8 Groschen
  3. Nach der Uebergabe 63 Thaler 8 Groschen
Wogegen ich mich verbindlich mache, für alle zum Werke erforderlichen Materialien, auch für die Schmiede- und Schlosser-Arbeiten zu stehen, nur die Zimmer-Arbeit ausgenommen.

Für die unveränderte Dauer leiste ich Gewähr auf mehr als 6 bis 8 Jahre.
So geschehen, Rösa am 24. Februar 1791.
Johann Christian Friedrich Flemming
Orgel-Baumeister in Torgau."
Die Orgel wurde erst Anfang 1792 fertig.
Die erste Rate wurde am 20. März 1791 bezahlt, die zweite Rate am 8. Dezember und die dritte Rate am 21. März 1792.
Vielen Generationen erklang die Orgel zum Gottesdienst oder zur Hochzeit und zur Taufe.
Vielleicht wird eines Tages das Geld beisammen sein, um sich nach erfolgter Restaurierung, wie unsere Vorfahren, an ihrem Klang zu erfreuen.
 
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Hungersnot
Schulverhältnisse in Rösa und Brösa um 1790
Der Orgelneubau
50jähriges Amtsjubiläum
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Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Das Amtsjubiläum feierte Carl Adolf Schulze am 14. Juni 1801. Zu diesem Jubiläum erschien in einem Faltblatt gedruckt ein 12strophiges Gedicht, gewidmet "von den Predigern der Inspection Bitterfeld":
"O Tag, von wenigen erlebt!
Er, unsern Herzen theuer,
Ein Freund, ein muntrer Greis erhebt
Sich heut zur Jubel-Feier;
...
Ja, fünfzig Jahr im Amt erlebt,
Ist großer seltner Segen!
Wer ist, den nicht der Wunsch belebt,
sie auch zurückzulegen!
..."
Interessant ist auch die Unterschriftenliste, natürlich auch gedruckt:
M. F. H. Starcke, Superintendent.
F. G. Schulz, Diacon. zu Bitterfeld.
M. F. G. Nitzsche, Pastor Sen. zu Roitzsch,
     der Diöces Subsenior.
M. J. A. Mulert, Past. zu Crina.
G. L. Richter, Pastor zu Mühlbeck.
M. E. Schmidt, Past. zu Priorau.
M. J. G. Seiffert, Past. zu Beyersdorf.
M. J. G. Riecke, Past. zu Brehna.
J. S. Walther, Past. zu Reuden.
C. G. Blüthner, Past. zu Alt-Jeßnitz.
M. J. G. Köpping, Diacon. zu Brena.
M. J. C. G. Martius, Past. zu Niemeck.
S. T. Sibold, Past. zu Petersrode.
M. A. W. Hofmann, Past. zu Sandersdorf.
C. L. Richter, Past. zu Pouch.
M. S. G. Wegner, Past. zu Burgkemnitz.
C. A. Wachsmuth, Past. zu Pösigk.
J. A. Nitzsche, Past. Substit. zu Roitzsch.
M. C. F. A. Werner, Past. zu Capella.
C. F. Schulze, Past. zu Sausedelitz.
Pfarrer Carl Adoplph Schultze starb am 11. März 1813 im Alter von 86 ½ Jahren.
Er wurde "wegen der Kriegsunruhen mit einer kurzen Rede beigesetzt".

Er hatte eine Pfarrerdynastie in Rösa begründet, die über drei Generationen dauern sollte.
 
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"Knoblochsches Schullegat"
Sein Sohn M. Carl Gottlob Schultze wurde am 18. Dezember 1757 in Mühlbeck geboren. Er studierte auf dem Waisenhaus in Halle und zu Wittenberg, übernahm das Amt seines Vaters und behielt es inne bis zum Jahre 1826, in welchem er die Pfarrstelle in Crina übernahm.
Er ließ sich altersschwach und erblindet 1844 emeritieren und starb 1845 im Alter von 87 Jahren, 4 Monaten und einigen Tagen. Er wurde in der Familiengruft auf dem Rösaer Kirchhofe beigesetzt.
 
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Sein Sohn Carl Adolph Schultze, geboren am 30. September 1799, studierte auf der Waisenhausschule in Halle und an der dortigen Universität. 1824 wurde er Mitarbeiter an der Lateinschule des Waisenhauses.
1828 übernahm er das Rösaer Amt seines Vaters. Er wurde von Superintendent Poyda eingeführt.

Das "Nachrichtsblatt für den Delitzscher und Bitterfelder Kreis" vom 8. August 1840 meldete:
"Bei J. G. Schencke in Bitterfeld ist so eben mehrfachen Verlangen gemäß erschienen und daselbst, wie bei Herrn Buchbinder Müller in Delitzsch für 2¼ Sgr. (Silbergroschen) zu haben:
Predigt zum Gedächtnis unsers Hochseligen Königs, Friedrich Wilhelm III. Majestät, Dom. 5. p. Trin. gehalten in der Kirche zu Bitterfeld von Herrn Pastor Schultze aus Rösa.
 
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1840 erwarb die Kirchenleitung den neuen, nordwestlich des Ortes gelegenen Friedhof.
Beim Sterbeeintrag des älteren hiesigen Erb- und Lehnrichters Johann Gottlieb Liebmann, gestorben am Dienstag, den 24. November 1840, begraben Freitag, den 27. November 1840 (allerdings noch auf dem Kirchhof im Gewölbe seiner zweiten Frau), steht in der Spalte "Anmerkungen" folgender Eintrag durch Pfarrer Carl Adolph Schultze:
Am Todtenfeste, den 22. November 1840 wurde der neue Gottesacker vor dem Dorfe, zwischen den Wegen nach Pouch und Crina durch Gesang und eine Rede von mir eingeweiht."
 
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Pfarrer Martin Bertold
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Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
Interessant ist auch, dass es auf dem Kirchhof eine Leichenhalle gegeben haben muss, wie aus einem Eintrag im Kirchenbuch aus dem Jahre 1837 hervorgeht, hier die oben erwähnte Frau des Erbrichters betreffend:
1837, Montag, den 13. Februar starb Frau Johanne Rosine Liebmann, Johann Gottlieb Liebmanns, älteren hiesigen Erb- und Lehnrichters Frau ...
Sie wurde am Freitag, den 17. Februar 1837 begraben, und zwar in einem Gewölbe, der Leichenhalle gegenüber".
 
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Die Leichenhalle auf dem Kirchhof
"Knoblochsches Schullegat"
1844 wurde Carl Adolph Schultze als Pastor nach Crina berufen, wo er das Amt seines Vaters übernahm.

In seine Amtszeit fiel auch das Testament der Johanna Rosamunde Knobloch, geborene Holläufer, das als "Knoblochsches Schullegat" ob seiner Großzügigkeit und einem damit verbundenen Krimi weit über die Grenzen unserer Gemeinde bekannt wurde.
Doch davon mehr in der nächsten Folge.
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